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21.09.2009:
Leut´ im Städtle. Barbara und Horst Müller: Seit
1981 führt das Ehepaar das Hotel „Zum Kameralamt“
PrimA Spaichingen: Finanzamt wird Hotel. Horst und Barbara
Müller haben 1976 das Kameralamt gekauft und zum Hotel
umgebaut >> Einst war das Haus Finanzamt, danach
Reichsarbeitsdienstlager..
21.09.2009:
Der Gastgeber Wer
so alles in die Restaurants und das Hotel von Horst Müller
gekommen ist >> Richard Nixon und Erich von Däniken
bewirtet...
19.08.2008:
Vorbild für Gastlichkeit und guten Service - Auszeichnung für
das Hotel zum Kameralamt in Spaichingen. Freiberg: Im
Süden von Baden-Württemberg fühlen sich Besucher
herzlich willkommen Zu dieser Einschätzung kommt die
Gesellschaft für Wirtschafts- und Marktforschung WIMAFO.
26.08.1999:
Die Nazis missbrauchten das Anwesen Spaichinger
»Kameralamt« feiert 200. Geburtstag. Polizisten zogen
schnell wieder aus. Spaichingen (ange). Wo früher die
Spaichinger Staatsdiener die eingetriebenen Steuern zählten,
stehen heute Hotelbetten, ... Zwei
Kammerkonzerte bei Kerzenschein
24.08.1999:
Chancen für Fremdenverkehr in Spaichingen Horst Müller
betreibt seit 1981 das ehemalige Finanzamt als das Hotel ,,Zum
Kameralamt" und macht in Spaichingen Fremdenverkehr auf
eigene Faust...
24.08.1999:
Geburtstagsfeier wie einst im Barock SPAICHINGEN (tu) -
Musiker in Rokokogewändern, eine kleine Gesellschaft lauscht
Klängen des Barocks: Vielleicht war es so, als 1799 das
Landhaus eingeweiht wurde, ...
21.09.l998:
Die beliebtesten deutschen Hotels Vor der eindrucksvollen
Kulisse von über 250 geladenen Gästen wurden am 15.
September im Rahmen einer Festveranstaltung anläßlich
der Fachmesse HOGATEC im Congress Center Düsseldorf »die
beliebtesten deutschen Hotels 1998« ausgezeichnet. ...
15.09.1998:
>>Kameralamt<< in Spaichingen drittbeliebtestes Hotel
Deutschlands Horst Müller wird´s freuen. Der
Chef vom >>Kameralamt<< Spaichingen führt eines
der beliebtestens Hotels Deutschlands. ...
22.02.1998:
Wohlfühlen und Wiederkommen Nach außen den
Charme der Jahrhunderte wahrend, birgt das Hotel "Zum
Kameralamt" in seinem Inneren...
6./7.
Mai 1995: Das Kameralamt braucht keine Sternchen Horst
Müller besitzt eines der beliebtesten Hotels
Deutschlands/Gäste stellten für Hotelführer
Hitliste auf. ...
25.April
1995: Wettbewerb des Wohlbefindens Prima Klima im Hotel Zum
Kameralamt. Rund 46.000 Hotelgäste wählten ihr
Lieblings-Hotel. ...
14./15.02.1981:
Das „Kameralamt“ soll den Fremdenverkehr
ankurbeln Teufel sieht Chance: Trend geht zum Urlaub im
eigenen Land. ...
13.02.1981:
Haus erfüllt neuen Zweck Hotel >>Kameralamt<<
war früher Spinnerei und Finanzamt...

13.02.1981:
Haus erfüllt neuen Zweck
Hotel
>>Kameralamt<< war früher Spinnerei und Finanzamt
sr.
Spaichingen Gestern abend fand die offizielle Eröffnung des
Hotels garni >>Kameralamt>> in der Balgheimer Straße
statt. In jahrelanger Eigenarbeit wurde es von seinem jetzigen
Besitzer Horst Müller umgebaut. Neun Zimmer, davon sechs
Doppelzimmer, alle Räume mit Dusche und Toilette, warten nun
auf Gäste. Eine recht bewegte Geschichte hat das alte
Gebäude, in dem l768 von Bankier Hans Thurneisen aus Basel
eine Florettseidenspinnerei eingerichtet wurde, die bis zu 400
Arbeitskräfte (darunter einige Heimarbeiter) beschäftigte.
Wie aus der OH- Chronik hervorgeht, wurden hier im Jahr rund 100
Zentner Florettgarn vesponnen. Doch schon 1812 machte die Firma
bankrott, das Oberamt verlor 60 000 Gulden. In den vierziger
Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde das Haus vom staatlichen
Liegenschaftsamt gekauft und darin das königlich
württembergische Kameralamt (Finanzamt) eingerichtet. 1937,
nachdem das Amt aufgehoben und nach Tuttlingen verlegt worden war,
wurde dort ein Arbeitsdienstlager für Mädchen
eingerichtet. Dieses blieb bis. zum Kriegsende bestehen. In den
Nachkriegsjahren diente das >>Kameralamt<< nach
entsprechendem Umbau zu Wohnzwecken; unter anderem befanden sich
dort. Dienstwohnungen für Polizisten.
Vor
fünf Jahren erwarb Horst Müller das Haus vom Staatlichen
Liegenschaftsamt Rottweil. Beim Umbau stieß er auf einen
alten Grundstein, dessen Aufschrift noch deutlich lesbar die Zahl
1799 aufweist. Wurde in jenem Jahr auf alten Grundmauern ein neues
Gebäude errichtet? Horst Müller will sich demnächst
intensiver um die Geschichte des Hauses kümmern, denn es soll
noch eine andere Chronik existieren, die möglicherweise
weiteren Aufschluß über die Geschichte dieses Hauses
gibt.
Heuberg-Zeitung,
13.02.1981
▲
14./15.02.
1981: Das >>Kameralamt<< soll den Fremdenverkehr
ankurbeln
Teufel
sieht Chance: Trend geht zum Urlaub im eigenen Land.
sr.
SPAICHINGEN. Den Fremdenverkehr anzukurbeln und langsam
aufzubauen, das ist das Ziel Horst Müllers, das er mit dem
neueröffneten Hotel garni zum >>Kameralamt<<
erreichen will. So schnell geht das jedoch nicht: Müller
rechnet mit einer Aufbauzeit von einem runden Jahrzehnt und hofft,
daß auch die anderen Institutionen, die für den
Fremdenverkehr notwendig oder nützlich sind, mitwachsen
werden. Müller hofft, daß er die Marktlücke, die
in Spaichingen insbesondere seit der Schließung des Hotels
>>Osswald<< bestehe, ausnützen kann und sieht im
Fremdenverkehr einen zusätzlichen Industriezweig für
Spaichingen.
Sechs
heimelig eingerichtete Doppelzimmer stehen den Gästen schon
zur Verfügung, drei weitere befinden sich noch im Umbau. Das
früher als Hausmeisterwohnung dienende Haus hinter dem
>>Kameralamt<<, stellt Müller auch weiterhin dem
Schachclub für seine Übungsabende zur Verfügung.
Nach und nach soll es jedoch zusammen mit dem Hotel ein
abgeschlossenes Ferienzentrum bilden, in welchem sich der Gast
auch an verregneten Sommertagen nicht langweilen muß, weil
Bibliothek, Spielzimmer, Fernsehraum und Hausbar zur Verfügung
stehen.
Auch
Bürgermeister Teufel sah im >>Kameralamt<<, das
nun seinen alten Namen zurückerhielt, eine Bereicherung für
das Beherbergungsgewerbe in Spaichingen und begrüßt den
unternehmerischen Mut und die Risikobereitschaft Müllers. In
den letzten Jahren sei vermutlich ein Trend zum Urlaub im eigenen
Land deutlich geworden, er hoffe, daß dieser Trend dem
Spaichinger Fremdenverkehr und dem >>Kameralamt<<
zugute komme. Beim Umbau sei es gelungen eine freundliche
heimelige Atmosphäre zu schaffen, in der Gäste sich
gewiß wohlfühlen.
Die
Gemeinderäte und anderen geladenen Gäste bewunderten
beim Rundgang die teils originellen Einfälle Müllers,
der bei diesem Unternehmen, wie er sich ausdrückte,
Architekt, Bauherr und Bauleiter in einer Person gewesen war und
zusammen mit seiner Frau und seinen Söhnen das meiste selbst
gemacht hat. Durch den zuvor genossenen Sekt ging es bei der
Besichtigung recht lustig zu und nachdem der Gemeinderat sich
ausführlichst mit den Vor- und Nachteilen französischer
Betten befaßt hatte, wurde es wieder ernster und besinnlich.
Pater Alfons segnete das Haus, in der Hoffnung, daß jeder
der hier weilt, glücklicher und reicher wieder weggehe. Seine
Worte über das Gebot der Gastfreundschaft und sein Gebet
wurden von den Anwesenden mit großem Ernst aufgenommen.
Stimmung gab es dann beim kalten Bufett - und das noch ziemlich
lange.
Heuberg-Zeitung
14./15.02.1981
▲
25.April
1995: Wettbewerb des Wohlbefindens
Prima
Klima im Hotel Zum Kameralamt. Rund 46.000 Hotelgäste wählten
ihr Lieblings-Hotel
Filderstadt.
Das Hotel Zum Kameralamt in Spaichingen gehört zu den 250
beliebtesten Hotels in ganz Deutschland. Das Haus belegte den 55.
Platz in der Gesamtrangliste und den 12. Platz in
Baden-Württemberg sowie den 19. Platz in der Kategorie bis 50
Betten. So lautet das Ergebnis der bereits zum 2.Mal
durchgeführten Gästebefragung des
Mitsubishi-Hotelführers, welche auch 1994 wieder unter dem
Motto Gäste wählen die beliebtesten Hotels Deutschlands
stand. Die Gäste müssen sich im Hotel Zum Kameralamt
recht wohl gefühlt haben, den sie vergaben dem Haus die Note
Sehr gut. Rund 46.000 Reisende
-
insbesondere Geschäftsleute mit durchschnittlich 23,3
Übernachtungen pro Jahr - hatten sich von März bis
Dezember 1994 an der Wahl ihres Lieblingshotels beteiligt und auf
diese Art ihren Dank für überdurchschnittliche
Leistungen und außergewöhnlichen Service ausgesprochen.
Rund 900 Hotels wurden genannt - 250 Häusern gelang der
Sprung in die Ranglisten. Die regionale Verteilung der Hotels auf
die einzelnen Bundesländer zeigt einen klaren Vorsprung der
klassischen Urlaubsgebiete Baden Württemberg und Bayern.
Ebenfalls deutlich vorn in der Sympathie ihrer Gäste liegen
die mittelständischen Hotels.
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Filderstadt,
den 25.April 1995
▲
6./7.
Mai 1995: Das Kameralamt braucht keine Sternchen
Horst
Müller besitzt eines der beliebtesten Hotels
Deutschlands/Gäste stellten für Hotelführer
Hitliste auf.
Spachingen
(gek). In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Hotels, weit über
10 000 sind es allemal. Und eines der bei den Gästen
beliebtesten steht in Spaichingen: die Hotel- und Kur-Pension »Zum
Kameralamt«. Das hat der Besitzer Horst Müller nun
schwarz auf weiß.
Denn
sein Hotel wurde bei einem Wettbewerb des Mitsubishi-Hotelführers
mit der Note »Sehr gut« bedacht. Das Motto der Aktion
hieß »Gäste wählen die beliebtesten Hotels
Deutschlands«. Das Kameralamt belegte in der bundesweiten
Rangliste den 55. Platz sowie für Baden-Württemberg den
zwölften Rang. Obendrein schaffte es in der Kategorie bis 50
Betten noch den 19. Platz. »Wahnsinnig« gefreut habe
er sich über diese Auszeichnung, meint Horst Müller, der
das Kameralamt zusammen mit seiner Frau Barbara seit 1981 »unter
seinen Fittichen« hat. Es ist die erste Auszeichnung, die
das Hotel garni bekam.
Horst
Müller ist besonders glücklich darüber, daß
seine Gäste dafür sorgten, daß das Kameralamt so
weit oben in der Hitliste der Lieblings-Hotels landete. Denn.
üblicherweise tourt ja eine Fachjury durch die Gegend, um
Preise und Sternchen nach sehr subjektiven Kriterien zu
beurteilen. Das ist bei dieser Umfrage eben ganz anders. Aber noch
ein anderer Punkt läßt Müllers Brust noch ein
bißchen mehr vor Stolz anschwellen. Weit und breit in der
Region ist sein 15-Betten-Haus das einzige Hotel, das diese
Auszeichnung erfuhr.
Müller
führt seinen Erfolg insbesondere auch auf den persönlichen
Kontakt von Hotelbesitzer zu seinen Gästen zurück,
Sternchen und Kochmützen sind offenbar in der Hitparade der
Hotelgäste weniger gefragt als das Sich-Wohl-fühlen, das
Umsorgtwerden. Diese Gefühle lassen immer mehr Feriengäste
aufkommen, einige hundert Feriengäste zählt das
Kameralamt Jahr für Jahr, darunter viele, die mehrwöchingen
Urlaub in Spaichingen verbringen. Für Horst Müller ist
das ein zusätzlicher Beweis, daß Spaichingen sehr
touristisch interessant sein kann.
Er
verweist dabei nicht nur auf das Klima, sondern auch auf die
vielfältigen Freizeitmöglichkeiten in der Region
zwischen Bodensee und Schwäbischer Alb. Diese Vorzüge
genießen besonders viele Menschen aus den neuen
Bundesländern, ihre Wagen sieht man in den nächsten
Wochen wieder verstärkt vor dem Gebäude in der
Balgheimer Straße stehen. So Ist das Kameralamt zwischen
Mitte Juni und Mitte August schon fast ausgebucht
Zu
diesen Leuten, die den Reiz der Landschaft in und um Spaichingen
genießen, gesellen sich als zweite große Gruppe die
Geschäftsreisenden. Durch intensive Werbung im ganzen
Bundesgebiet hat Horst Müller dafür gesorgt, daß
Spaichingen hotelmäßig nicht im Niemandsland liegt.
Zwei Zahlen verdeutlichen die Beliebtheit der Müllerschen
Herberge bei den Feriengästen. Im vergangenen Jahr zählte
Horst Müller 1455 Übernachtungen von 144 Personen -
wohlgemerkt allein bei den >>Privatiers<<.
Wenn
alle an einem Strang ziehen würden in Sachen Werbung
(Stadtmarketing), meint Müller, also Stadt Spaichingen und
Hoteliers der Umgebung, könnte die Primstadt noch weitaus
zufriedener dastehen. Ein offensiveres Denken in Bezug auf eine
Stadtwerbung wünscht sich Horst Müller, der jährlich
rund 400 Prospekte verschickt. Zum Vergleich: die Stadt mal gerade
50.
Schwarzwälder
Bote 6./7. Mai 1995
▲
22.02.1998:
Wohlfühlen und Wiederkommen
Nach
außen den Charme der Jahrhunderte wahrend, birgt das Hotel
"Zum Kameralamt" in seinem Inneren einen modernen
Rahmen, in dem der Gast den Alltag vergessen, ausspannen und
regenerieren kann. Man kommt als Gast und geht als Freund: Dafür
sorgen seit nunmehr 17 Jahren Horst Müller und Ehefrau
Barbara. Hier, im ausstrahlungsstarken Ambiente des ehemaligen
Schlosses, umgeben von einer herrlichen Landschaftskulisse und
zahlreichen touristischen Attraktionen, finden Feriengäste,
Kurzurlauber aber auch Geschäftsreisende und neuerdings auch
Seminargruppen (bis 15 Personen) keine anonyme Gastronomie von der
Stange. Geboten wird in neun ebenso gemütlichen wie
komfortabel ausgestatteten Zimmern (15 Betten) vielmehr eine echte
Heimat auf Zeit, die gastfreundliche Atmosphäre eines
familiengeführten Hauses.
Hotel-Pension
"Zum Kameralamt", Balgheimer Straße 1, 78549
Spaichingen Tel.: 07424 - 94070, Fax: 9407203.
Bild
am Sonntag 22.02.1998
▲
15.09.1998:
>>Kameralamt<< in Spaichingen drittbeliebtestes Hotel
Deutschlands
Horst
Müller wird´s freuen. Der Chef vom >>Kameralamt<<
Spaichingen führt eines der beliebtestens Hotels
Deutschlands. Das sagen der Elektronische Mitsubishi Hotelführer
und die Fachzeitschrift >>Top Hotels<<. Sie haben eine
Abstimmung unter über 100 000 Hotelgästen vorgenommen.
Und siehe da: Das >>Kameralamt<< landete im
2-Sterne-Bereich auf dem dritten Platz. Sieger wurde das Hotel
Monaco in München. Auch in einer touristischen >>Diaspora<<
kann man also Gäste zufriedenstellen.
15.09.1998
Schwarzwälder Bote
▲
21.09.l998:
Die beliebtesten deutschen Hotels
Vor
der eindrucksvollen Kulisse von über 250 geladenen Gästen
wurden am 15. September im Rahmen einer Festveranstaltung
anläßlich der Fachmesse HOGATEC im Congress Center
Düsseldorf »die beliebtesten deutschen Hotels 1998«
ausgezeichnet.
Ohne
die Seriosität anderer Branchen-»Hitlisten« in
Zweifel ziehen zu wollen, kann der 1993 vom Elektronischen
Mitsubishi Hotelführer und der Fachzeitschrift TOP HOTEL
initiierte Wettbewerb für sich in Anspruch nehmen, daß
seine Rangliste aus dem vergleichsweise größten
Meinungspotential resultiert. Hier entscheidet nämlich keine
kleine, selbsternannte Jury über die Plazierung der einzelnen
Häuser, sondern Zehntausende von vielreisenden Hotelgästen
vergeben Noten für die Unterbringung, den Service und die
gastronomischen Leistungen, die dann in ihrer Summe —
geteilt durch die Anzahl der Nennungen —ausschlaggebend sind
für die Rangfolge.
Rund
16000 Stimmkarten wurden beim ersten Wettbewerb 1993 gezählt.
Ein Jahr später waren es bereits mehr als 45000 Zuschriften.
1996 gaben über 91 000 Gäste ihr persönliches
Urteil ab. 1997 wurde erstmals die 100000erMarke überschritten
und in diesem Jahr (vom 1. Januar bis 30. Juni) gelangten exakt
108 524 abgegebene Stimmen in die Auswertung, davon 98754
gültige, denn sowohl die Wahlkarten als auch das Votum via
Internet mußten mit der vollständigen Adresse des
Hotels und des Gastes versehen sein.
Insgesamt
wurden heuer 1217 deutsche Hotels genannt (Vorjahr 1324). Um in
die Rangliste aufgenommen zu werden, mußten auf das
jeweilige Hotel mindestens so viele Stimm(kart)en entfallen wie es
Zimmer hat. Diese Voraussetzung erfüllten 406 Häuser.
Und zwar 54 Fünf-Sterne-, 134 Vier-Sterne-, 208 Drei-Sterne-
und zehn Zwei-Sterne-Hotels.
Die
Aufteilung nach Sterne-Kategorien (entsprechend der Deutschen
Hotel-klassifizierung des DEHOGA) ist ein Novum bei diesem
Wettbewerb. »Wir wollen damit noch mehr Markttransparenz
erzielen und die gesamte deutsche Beherbergungsbranche
repräsentieren«, begründete TOP
HOTEL-Chefredakteur Wolfgang Schmitz den neuen Auswertungsmodus.
Entsprechend
groß war die Spannung, als am 15. September beim Festabend
im Congress Center Düsseldorf das Geheimnis gelüftet
wurde, wem die 98er Lorbeerkränze der beliebtesten deutschen
Hotels gebühren. Nach einem Grußwort von Hogatec-Chef
Manuel Mataré und einer Präsentation des
Klassifizierungsmodells durch Klaus Hübenthal,
Hauptgeschäftsführer des Hoga-Landesverbandes NRW,
hielten Frank Homberg (Brückenforum Essen) und Dr. Michael
Heiks (Media Consulting Euro RSCG Düsseldorf) die mit viel
Beifall bedachte, launige Wechseldialog-Laudatio im Stil der
beiden »ZDF-Frontal«Moderatoren Hauser & Kienzle.
Die zwölf Siegerhotels des Wettbewerbs (je drei pro
Kategorie) wurden dabei auf Großbildleinwand vorgestellt und
die jeweiligen Repräsentanten der gekürten Häuser
unter den Klängen der Siegesfanfare ausgezeichnet.
21.September
l998: Freizeit-Verlag Landsberg GmbH, Postfach 1255, D-86882
Landsberg, Tel. 08191-3049, Fax 47685
▲
24.08.1999:
Geburtstagsfeier wie einst im Barock
SPAICHINGEN
(tu) - Musiker in Rokokogewändern, eine kleine Gesellschaft
lauscht Klängen des Barocks: Vielleicht war es so, als 1799
das Landhaus eingeweiht wurde, in dem später das Kameralamt
residierte. Heute ist es ein Hotel. Mit einem ,,Festlichen
Konzert" wird der 200. Geburtstag gefeiert.
Am
Samstag, 4. September, lädt Horst Müller ins Foyer des
Hotels ,,Zum Kameralamt" um 16.30 und um 19.30 Uhr zu diesem
Konzert mit dem ,,Ensemble für alte Musik" aus Esslingen
ein. Gespielt werden Werke aus der Zeit, als dieser heute unter
Denkmalschutz stehende Prachtbau an Balgheimer Straße
eingeweiht wurde. Und die Musiker d1eses Kammerkonzerts
bei Kerzenschein werden dem Anlass gemäß in
Rokokogewändern auftreten
Immer
noch im Dunkeln der Geschichte ist der Bauherr des Hauses,
vermutet wird in ihm eine hochgestellte Persönlichkeit
Österreichs Denn 1806 fiel das Haus an Württemberg,
hatte also vorher dem österreichischen Staat gehört.
1843 verkaufte ein Kaufmann Kohler die Villa an das Königreich,
ob er sie vorher übernommen hatte oder gar der Erbauer war,
ist unbekannt, an den Staat. Und das bisher noch in Rottweil
residierende königlich-württembergische "Cameralamt"
(Finanzamt) wurde für das Oberamt Spaichingen eingerichtet.
Da blieb es bis 1938, bis zum Ende des Kreises Spaichingen.
Innen
wurde umgebaut, Arbeitsdienst-Maiden zogen ein. Nach dem Zweiten
Weltkrieg wurden Dienstwohnungen der Polizei eingerichtet. Horst
Müller kaufte 1976 die inzwischen in einem verwahrlosten
Zustand befindliche alte Villa, restaurierte sie so, dass er vom
Regierungspräsidium eine Urkunde dafür bekam, und
eröffnet 1981 das Hotel.
Für
Spaichingen ist ein Haus aus der Zeit des 18. Jahrhunderts und in
diesem Stil einmalig. Das Landesdenkmalamt hat es wegen der
vielfältigen Architektur als Kulturdenkmal eingestuft. Für
Horst Müller auf jeden Fall ein Grund, die 200-jährige
Geschichte mit einem Konzert zu würdigen. Gespielt werden
Stücke von Carl Stamitz, Josef Hector Fiocco, Johann-Joachim
Quantz, Jacob van Eyck, Josef Haydn, Antonio Vivaldi und Wolfgang
Amadeus Mozart
Für
beide Veranstaltungen gibt es nur jeweils 30 Platze. Ein paar sind
noch frei. Karten: 07424/94070.
Heuberger
Bote, 24.08.1999
▲
24.08.1999:
Chancen für Fremdenverkehr in Spaichingen
Horst
Müller betreibt seit 1981 das ehemalige Finanzamt als das
Hotel ,,Zum Kameralamt" und macht in Spaichingen
Fremdenverkehr auf eigene Faust..
Von
Jochen Kastilan
Früher
kam Geld ins Haus, ins ehemalige Kameralamt (Finanzamt). Kann man
in Spaichingen auch mit einem Hotel Geld verdienen?
Das
kann man schon. Ich würde das auch jederzeit wieder machen.
Ich werde im Haus auch nicht ständig an seine frühere
Bedeutung als Finanzamt erinnert, außer man wird von Gästen
gefragt, was Kameralamt heißt. Das ist ein willkommener
Anlass, mit Gästen ins Gespräch zu kommen.
Muss
sich ein Hotelier in Spaichingen sehr bemühen, um Gäste
zu bekommen?
Ja.
Die laufen einem nicht alleine zu, zumal wir abseits der
Hauptstraße liegen. Seit dort aber Beschilderung auf die
Hotels hinweist, ist es besser geworden. Spaichingen ist nun ja
kein üblicher Fremdenverkehrsort. Man muss schon sehr viel
Mühe aufwenden, damit Gäste hierher kommen. Das mache
ich auch. Ich versende jährlich einige hundert Prospekte, um
Feriengäste herzuholen. Die Tagesgäste laufen eher die
Hotels an, die an der Straße liegen.
Dominieren
bei Ihnen die Feriengäste?
Im
Sommer, zwischen Mai und Ende September, sind es in der Hauptsache
Feriengäste durch die Werbung für Spaichingen, die ich
selbst mache. Dann kommen viele Geschäftsreisende, die einmal
da waren und gerne auch wiederkommen. Darum muss man sich bemühen,
indem man die Leute sehr zufriedenstellt.
Sie
gelten als ein Befürworter von Fremdenverkehr in Spaichingen.
Was die Stadt betrifft, war das bisher ja nicht mit Erfolg
gekrönt.
Das
ist richtig. Ich stehe mehr oder weniger auf eigenen Füßen.
lrgendwelche Unterstützung von irgendwoher kriege ich nicht.
Schaut
man in die Vergangenheit, so gab es durchaus Bemühungen,
Fremdenverkehr in Spaichingen anzukurbeln. Warum tut sich da heute
nichts, die Lage ist doch ideal?
Sicher,
das sieht man auch daran, dass wir Feriengäste haben, die zum
Teil schon vier, fünf Mal hier waren. Dass sich in diesem
Wirtschaftszweig kaum etwas tut, liegt einfach daran, dass es
einiger Anstrengungen finanzieller Art bedarf, wie Werbung usw.,
um einen Ort zu verkaufen. Dann, glaube ich, hätte man
Erfolg. Man muss Zielgruppen ansprechen, das ist eigentlich meine
Werbung. Damit eine Gemeinde Fremdenverkehrsgemeinde wird, dazu
ist die Hotelerie alleine nicht in der Lage.
Sehen
Sie eine Chance für Spaichingen als Fremdenverkehrsort?
Wenn
es richtig angepackt wird: ja. Man darf aber das Pferd nicht am
Schwanz aufzäumen. Man darf nicht erst Kapazitäten
schaffen, wie es vor Jahren schon geschehen ist, wenn keine
Gäste dafür da sind. Erst muss die Nachfrage da sein.
Ist sie größer als das Angebot, wird das Angebot
automatisch größer.
Woher
kommen Ihre Gäste und was schätzen die hier?
Sie
kommen aus Norddeutschland, aus dem Ruhrgebiet, aus Brandenburg,
Berlin, Sachsen, viele aus den neuen Bundesländern. Es sind
in der Hauptsache ältere Leute, Familien so ab 35 Jahren mit
Kindern, die wichtigste Gruppe liegt zwischen 40 und 60
Jahren. Was die Gäste hier schätzen sind zwei Dinge: In
Spaichingen werden gerne Wanderungen gemacht, zu Fuß in der
Umgebung. Sonntags wird gerne das Museum besucht. Das Zweite, was
reizt, sind die unglaublich vielen Ausflugsmöglichkeiten
durch Kurzfahrten mit dem Auto oder an Wochenenden mit der Bahn.
Heuberger
Bote, 24.08.1999
▲
26.08.1999:
Die Nazis missbrauchten das Anwesen
Spaichinger
»Kameralamt« feiert 200. Geburtstag / Polizisten
zogen schnell wieder aus
Spaichingen
(ange). Wo früher die Spaichinger Staatsdiener die
eingetriebenen Steuern zählten, stehen heute Hotelbetten, die
vor allem von Touristen gerne genutzt werden. Die Rede ist vom
»Kameralamt« das geschichtsträchtige Gebäude
wird jetzt 200 Jahre alt.
»Eigentlich
Ist es nur einem Zufall zu verdanken, dass wir das Alter des
Hauses herausgefunden haben. Als wir die ehemalige Villa renoviert
haben und das Hotel einrichteten, haben wir bei den Arbeiten einen
alten Stein entdeckt, auf dem die Zahl 1799 stand«, so Horst
Müller, der zusammen mit seiner Frau Barbara das Hotel seit
dem Jahr 1981 leitet. Die beiden haben es zu einem mittlerweile
auch mehrfach ausgezeichneten Hotel gemacht. Unter anderem trägt
es 3 Sterne (nach der deutschen Hotelklassifizierung) , und es
erhielt vom Hotel- und Gaststättenverband eine Auszeichnung
umweltorientierter Betrieb«.
Könnte
das Haus reden, würde es dem historisch Interessierten sicher
einiges zu erzählen haben, denn das Gebäude hat
zweifellos eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Der Name
jenes Bauherrn, der die Villa 1799 errichten ließ, ist bis
heute zwar nicht bekannt, aber 1843 verkaufte ein Kaufmann namens
Kohler das Haus an das damalige Königreich Württemberg.
Noch im gleichen Jahr wurde daraus das »Finanzamt« der
Oberamtei Spaichingen - das »Königlich-Württembergische
>>Cameralamt<<.
Bis
1938 wurden dort die Steuern verwaltet, danach mißbrauchte
das Naziregime das Haus für seine Zwecke und benutzte das
Gebäude für den »Reichsarbeitsdienst der Maiden«.
»Soviel ich weiß, waren damals rund 50 junge Mädchen
in dem Haus, um ihren Arbeitsdienst abzuleisten. Manche kommen
heute noch ab und zu vorbei, um sich an ihre Zeit hier zu
erinnern«, erzählt Horst Müller.
Nach
dem Krieg wird das Haus renoviert, und es entstehen
Dienstwohnungen für die Spaichinger Polizisten.
Im
Laufe der Nachkriegsjahre zogen die
Polizeibeamten aus den komfortlosen, einfachen Wohnungen wieder
aus. 1976 kaufte Horst Müller das äußerlich total
desolate Anwesen und machte daraus das Hotel »Zum
Kameralamt«. Der gelernte Koch hatte zuvor den Spaichinger
»Schlüssel« gepachtet. Zusammen mit seiner Frau
und seinen drei Söhnen hat er in fünf Jahren das Haus
renoviert und mit Hilfe des Denkmalamts in seinen ursprünglichen
Zustand versetzt.
Wer
sich für die Geschichte des Kameralamts
näher interessiert, sollte
den Tag der offenen Tür nutzen, der am 12. September
stattfindet.
Zwei
Kammerkonzerte bei Kerzenschein
Spaichingen
(Sb). 200 Jahre wird das unter Denkmalschutz stehende Haus, das
heute das Hotel »Zum Kameralamt« beherbergt. Anlaß
genug für Horst Müller, den Besitzer, zu einem
besonderen Kammerkonzert bei Kerzenschein. Gleich zweimal tritt
das »Ensemble für alte Musik« (Esslingen a.N.) am
Samstag, 4. September, im Foyer des Hauses auf. Ein Konzert
beginnt um 16.30 Uhr, das andere um 19.30 Uhr. Christiane Güller
(Violine), Gottfried Urban (Flöte) und Andreas Baumann
(Cembalo) - allesamt werden sie am Samstag in Festgewändern
des Rokoko gekleidet sein - spielen Werke von Vivaldi, Haydn und
Mozart. Das Abend-konzert ist bereits restlos ausverkauft, für
das Nachmittagskonzert gibt es noch wenige Karten (Telefon 9 40
70).
Schwarzwälder
Bote, 26.08.1999
▲
19.08.2008:
Vorbild für Gastlichkeit und guten Service - Auszeichnung für
das Hotel Zum Kameralamt in Spaichingen
Im
Süden von Baden-Württemberg fühlen sich Besucher
herzlich willkommen. Zu dieser Einschätzung kommt die
Gesellschaft für Wirtschafts- und Marktforschung WIMAFO.
Hotels und Gastronomiebetriebe überzeugen zunehmend mit
Service und Gastfreundlichkeit. Eine besondere Auszeichnung erhält
das Hotel „Zum Kameralamt“ in Spaichingen.
Servicewüste Deutschland? – Das war gestern! Zu dieser
Einschätzung kommt die Gesellschaft für Wirtschafts- und
Marktforschung WIMAFO. Grundlage ist die Auswertung mehrerer
tausend Bewertungen, die Gäste lokaler Hotel- und
Gastronomiebetriebe in den letzten Monaten abgegeben haben. Zwar
gäbe es immer noch einige „schwarze Schafe“, die
Mehrheit der Betriebe kümmere sich jedoch vorbildlich um ihre
Gäste. Eine besondere Auszeichnung wurde dem Hotel Zum
Kameralamt in Spaichingen verliehen. In den letzten 12 Monaten
erhielt das Hotel von seinen Gästen ausnahmslos positive
Bewertungen. Die Gesellschaft für Wirtschafts- und
Marktforschung verlieh hierfür vor wenigen Tagen den
WIMAFO-Stern in Bronze. Das Haus habe sich nunmehr über ein
Jahr in besonderem Maße für das Wohlgefühl seiner
Gäste eingesetzt, so die Begründung der WIMAFO. Für
die Region sind Häuser wie das Hotel Zum Kameralamt wichtige
Stützpfeiler. Durch den guten Service und das herausragende
Angebot wird der Standort Deutschland als Reiseziel immer
beliebter. Im ersten Halbjahr 2008 konnte die Zahl der
Gästeübernachtungen gegenüber dem Vorjahr um gut
drei Prozent zulegen. Wie das Statistische Bundesamt jüngst
in Wiesbaden mitteilte, hat vor allem die Zahl ausländischer
Besucher zugenommen. Hier wurde ein Anstieg um 5% registriert.
Diese Entwicklung deckt sich mit Beobachtungen der WIMAFO. Die
gemessene Zufriedenheit der Gäste in Deutschland hat
gegenüber 2007 deutlich zugenommen. Vor allem in den letzten
drei Monaten April bis Juli. Bleibt zu hoffen, dass dieser Trend
noch lange anhält.
Für
Fragen stehen wir gerne zur Verfügung: Top500@wimafo.de Die
Gesellschaft für Wirtschafts- und Marktforschung GbR hat
ihren Sitz in Freiberg. Seine Aufgabe sieht das Unternehmen in der
Wirtschafts- und Marktforschung sowie in der Beratung
mittelständiger Unternehmen. Mit dem Projekt „Deutschlands
Top 500“ unterstützt die WIMAFO Unternehmen, die sich
um das Wohl ihrer Kunden in besonderem Maße verdient gemacht
haben. Die Auszeichnungen „WIMAFO-Stern“ in Bronze,
Silber und Gold werden an jene Unternehmen verliehen, die sich
über einen längeren Zeitraum durch herausragende
Qualität und Service im Sinne ihrer Kunden verdient gemacht
haben.
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21.09.2009:
Finanzamt wird Hotel. Horst und Barbara Müller haben 1976 das
Kameralamt gekauft und zum Hotel umgebaut >> Einst war das
Haus Finanzamt, danach Reichsarbeitsdienstlager (von Frank Czilwa)
„Wir
sind einmalig“, ist Horst Müller überzeugt. Denn
ein Hotel „Zum Kameralamt“ dürfte es nur einmal
auf der Welt geben, nämlich in Spaichingen. Wie es zu diesem
Namen kam, was dahinter steckt und welche Gäste er und seine
Frau Barabara bereits bewirtet haben, erzählt Horst Müller
im PrimA.
Horst
Müller heißt die Gäste in der großen
Eingangshalle des Hotels in der Balgheimer Straße
willkommen, die ahnen lässt, dass dieses Haus Ende des 18.
Jahrhunderts als kleines „Stadtschlösschen“
erbaut wurde. Er hat sich schon überlegt, in diesem Jahr sein
Haus beim „Tag des offenen Denkmals“ zu präsentieren:
„Dadurch, dass wir kein Restaurant haben, trauen sich die
Leute nicht hier rein. Und das wäre eine gute Gelegenheit.“
Denn das historische Gebäude hat eine ganz eigene
Atmosphäre. Horst und Barbara Müller sind im
Erzgebirge aufgewachsen. Die geschnitzten Holzfiguren, die auf dem
Bord über einem Türrahmen stehen, erinnern sie an ihre
alte Heimat. Horst Müller war 1950 für eine
Koch-Ausbildung legal nach Westen, nach Bad Nenndorf, gekommen.
Mit sechzehneinhalb Jahren war er der jüngste ausgelernte
Koch in Niedersachsen.
Weil
er aber noch nicht volljährig war, schickten ihn die Behörden
wieder zurück zu seinen Eltern in die DDR. Von dort ist er
aber 1957 „als Republikflüchtling desertiert“.
Ein Jahr später kam seine Freundin Barbara nach, die er 1959
in Köln heiratete. Nach mehreren Stationen als Koch –
unter anderem als Chefkoch im Schlossgarten-Hotel am Bodensee –
pachtete er 1964 vom Fürsten zu Fürstenberg sein erstes
eigenes Restaurant auf dem ehemaligen Jagdschlösschen
Wartenberg, das rasch für seine Wildspezialitäten
bekannt wurde. 1970 kamen die Müllers nach Spaichingen und
pachteten hier zunächst die Brauerei-Gaststätte „Zum
Schlüssel“. 1976 wurden sie auf ein großes altes
Gebäude in der Balgheimer Straße aufmerksam, das zum
Verkauf stand und in dem zuletzt Miets- und Polizisten-Wohnungen
untergebracht waren.
Die
jüngeren Spaichinger nannten das Gebäude damals zumeist
„RAD-Haus“, war doch hier während des Dritten
Reiches ein Reichsarbeitsdienst (RAD) Lager für „Maiden“
(junge Frauen) untergebracht. (Nicht der „Bund Deutscher
Mädel“, BDM, wie es an der Tafel fälschlich
heißt.) Der Reichsarbeitsdienst war eine Organisation des
nationalsozialistischen Machtapparates. Ab 1935 musste dort jeder
junge Mann eine sechsmonatige, dem Wehrdienst vorgelagerte
Arbeitspflicht ableisten. Ab dem Beginn des Zweiten Weltkrieges
wurde der Reichsarbeitsdienst auch auf die weibliche Jugend
ausgedehnt. Ältere dagegen kannten das Haus noch als
„Kameralamt“, als württembergisches Finanzamt,
das es von 1843 bis 1938 war. „Mein Verpächter, der
Besitzer der „Schlüssel“-Brauerei, Emil Schmid,
erinnerte sich noch, wie er als Bub hier rauf gekommen ist, um die
Biersteuer für seinen Vater zu bezahlen.
Horst
Müller erkannte, dass sich der Zuschnitt der Räume ideal
für seine Hotel-Pläne eignete. Obwohl das Gebäude
arg „vergammelt“ und heruntergekommen war, war die
Substanz doch noch gut. Und so begann nun bis 1981 eine
fünfjährige Zeit des Renovierens und Restaurierens, die
Horst Müller gemeinsam mit seinen beiden Söhnen
größtenteils in Eigenarbeit leistete. Wie sollte das
neue Hotel nun aber heißen? Vielleicht nach der großen
Esche im Hof? „Aber Hotels ´Zum grünen Baum´
oder so ähnlich gibt es in Deutschland zu Tausenden“,
so Müller. Auch der Name „Bergblick“ war in
Spaichingen bereits vergeben. Und so besann sich Horst Müller
auf die ehemalige Funktion des Gebäudes und nannte sein Hotel
„Zum Kameralamt“. Nach der Renovierung wurde das
Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und ist heute ein
Drei-Sterne-Hotel.
Als
der alte Putz während der Renovierungsarbeiten runter kam,
wurde unter diesem auf einem Eckstein die mit großen Lettern
geschriebene Jahreszahl „1799“ entdeckt. „Ob das
nun das Jahr der Grundsteinlegung war, des Richtfestes oder der
Fertigstellung, wissen wir nicht“, so Horst Müller.
„Auch wer das kleine „Stadtschlösschen“
damals erbauen ließ, hat sich im Dunkeln der Geschichte
verloren, da die entsprechenden Akten wohl verschwunden sind, als
Spaichingen Anno 1806 von Vorderösterreich an Württemberg
kam. Bei der Renovierung wurde die alte Inschrift sorgfältig
wieder unter dem neuen Putz verborgen, um weiter so frisch zu
bleiben wie sie 200 Jahre lang geblieben ist.
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21.09.2009:
Der Gastgeber (von Frank Czilwa)
Wer
so alles in die Restaurants und das Hotel von Horst Müller
gekommen ist >> Richard Nixon und Erich von Däniken
bewirtet
Am vergangenen
Wochenende des 18. und 19. September war das "Kameralamt"
mal wieder restlos ausgebucht. Mitglieder des Forums
Funktionsdienst, eines medizinischen Symposiums, das nun zum 11.
Mal in Spaichingen stattfindet, hatten zum Teil schon Monate im
Voraus gebucht. Aber auch sonst ist in dem Hotel eine bunte
Besucherschar von Schriftstellern bis Wanderern zu Gast.
Als die Müllers
in den 60er Jahren das Restaurant auf dem Jagdschloss Wartenberg
gepachtet hatten, da brachte der Verpächter, der Fürst
zu Fürstenberg, häufig illustre Gäste mit. So
bewirtete Horst Müller dort schon einmal den
Staatspräsidenten von Madagascar oder im Sommer 1968 den
nachmaligen amerikanischen Präsidenten Richard Nixon.
Auch im
„Kameralamt“ in Spaichingen waren neben den Donkosaken
oder der Jugendmannschaft des VfB Stuttgart gelegentlich
Prominente zu Gast. Häufig Schriftsteller, die von der
Buchhandlung Hettinga zu einer Lesung nach Spaichingen eingeladen
worden waren. So zum Beispiel Christine Brückner („Jauche
und Levkojen“, Nirgendwo ist Poenichen“) oder der
schweizerische Erfolgsschriftsteller Erich von Däniken, der
sich nicht nur in seinen Büchern, sondern auch am
Frühstückstisch des Hotels „Kameralamt“ als
faszinierender Erzähler erwies. Die häufigsten Gäste
sind allerdings Monteure, Vertreter oder Ingenieure, die in
Spaichinger Firmen zu Gast sind. Übers Wochenende sind auch
häufig Besucher hier, die in Spaichingen Feiern, Geburtstage,
Jahrgangsfeste feiern.
„Seit
im Herbst des vorigen Jahres der Donaubergland-Wanderweg
zertifiziert worden ist, haben wir viele Wanderer zu Gast. Im
Moment haben wir fast eine Saison mit Wanderern und Radfahrern“,
erzählt Horst Müller. Ist Spaichingen doch die erste
Station auf dem Wanderweg nach dem Start am Lemberg. Die Wanderer,
die im „Kameralamt“ übernachten, kommen dabei aus
ganz Deutschland von Saarbrücken bis Berlin. Horst Müller
ist einer der Initiatoren und Mitbegründer der jetzigen
Donaubergland GmbH.
PrimA
Spaichingen 21.09.2009
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